Objektbericht
Mit der Energetischen Sanierung begann auf dem Steildach eines Butzbacher Einfamilienhauses das zweite Dachleben einer 29 Jahre alten PU-Hartschaumdämmung. Eingebaute Dämmelemente wurden um eine neue, nachhaltige Version ergänzt. Mit diesem Dämmkonzept ohne Entsorgung konnte ein förderungsfähiger U-Wert von 0,14 W erreicht werden.
Die Geschichte
1993 hatte die Firma Eubu Dach und Fassade GmbH das 311 Quadratmeter große Steildach eines Einfamilienhauses im hessischen Butzbach mit einer Aufsparrendämmung mit 75 mm starkem BauderPUR 025 S gedämmt. Damit erreichte der damalige Bauherr den beachtlichen U-Wert von 0,30 W/(m2K), der in der damaligen Wärmeschutzverordnung (WSVO) gefordert wurde.
In Zeiten explodierender Preise wollte der neue Eigentümer 29 Jahre später noch mehr Energie einsparen und plante eine Energetische Sanierung. Da die auf dem Dach verbauten Wärmedämmelemente noch voll funktionstüchtig waren, wurden sie in das neue, nachhaltige und ressourcenschonende Dachkonzept integriert.
Viele Dächer wurden vor rund 30 Jahren mit einer Aufsparrendämmung gedämmt oder energetisch saniert. Bei der Öffnung des Dachs in Butzbach – 29 Jahre nach der damaligen Sanierung – war die Wärmedämmung noch völlig funktionstüchtig. „Die alte BauderPUR 025 S Dämmung ist oberseitig etwas staubig, sonst aber völlig ok“, freute sich der Bauder Fachberater. „Sie war nicht wie andere ältere Dämmungen in der Dicke zusammengesackt oder feucht und somit in der Dämmleistung reduziert.“
Nachhaltiger Baustoff als leistungsstarke Ergänzung

BauderECO S bietet nachweislich die beste Dämmleistung (WLS 024/025) verglichen mit ähnlich hergestellten Dämmstoffen. Vergleichbare Dämmmaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen benötigen für die gleiche Dämmleistung fast die doppelte Dicke.
Drei Generationen Dämmung
Die Idee war, mit wenig neuem Dämmstoff eine hohe Dämmleistung zu erreichen. Um das Dach auf nachhaltige Weise auf einen förderfähigen U-Wert von 0,14 W/(m2K) zu sanieren, wurde ein umweltfreundlicher Dachaufbau auf der vorhandenen Aufsparrendämmung geplant – ein sinnvolles Modell für zukünftige Dachsanierungen. Seit den 1960ern war PU-Hart-schaum ein begehrter Baustoff. BauderPUR 025 S erfüllte seinerzeit die Anforderungen der WSVO.
Selbsttragend und druckfest bildete er eine sichere, geschlossene Dämmhaube auf den Sparren, selbstklebende Vertikal- und Horizontalüberlappungen machten ihn regensicher, das Nut-und-Feder-System verbindet die einzelnen Dämmelemente wärmebrückenfrei.
Die technische Weiterentwicklung von BauderPUR zu BauderPIR, einem sogenannten Polyiso-Hartschaum, und schließlich zu BauderECO: Damit kam ein Dämmstoff auf den Markt, dessen Polyurethan zum Großteil biomassebilanziert ist.
Der ECO-Dämmkern besteht nach Biomassebilanzverfahren zu ca. 60 % aus nachwachsender Biomasse, Abfällen bzw. Reststoffen aus der Landwirtschaft, zudem zu ca. 4 % aus recycelten Wertstoffresten, die bei der Dämmstoffproduktion anfallen. Für die obere und untere Deckschicht wird Muschelkalk aus Muschelschalen verwendet, einem Abfallprodukt aus der Lebensmittelindustrie. ECO enthält keine belastenden Stoffe wie Bindemittel oder Zusatzstoffe gegen Schädlinge oder Schimmel.
Aufsparrendämmung auf Aufsparrendämmung
In fünf Schritten wurde die alte Dämmung um neue Dämmplatten, eine dampfbremsende Schicht und die neue Aufsparrendämmung BAUDER-ECO S ergänzt.

Nachhaltigkeit und klimafreundliches Wohnen in der Energiekrise
Mit der leichten Dämmung und den abschließend verlegten extra-leichten Metallziegeln entstand ein statischer Spielraum, der den Aufbau von Photovoltaikmodulen mit einer Gesamtleistung von 10 kWp zuließ. Auf dem 311 Quadratmeter großen Dach wird jetzt Strom zum Eigenverbrauch produziert.


