Baudenkmäler müssen sich heute den gleichen Nachhaltigkeitsanforderungen stellen wie jedes andere Gebäude. Viele Kritiker stellen das Nachhaltigkeitspotenzial von Baudenkmälern infrage. Zudem stellen neue gesetzliche Entwicklungen Klimaschutzmaßnahmen wie Solaranlagen und energetische Sanierungen immer häufiger über den Denkmalschutz.

In der öffentlichen Wahrnehmung gilt Denkmalschutz oftmals als das Gegenteil von Nachhaltigkeit: Denkmäler seien energetisch problematisch, stünden dem Fortschritt im Weg und stellten auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten eine Herausforderung dar. Aber im Denkmalschutz ist Nachhaltigkeit seit jeher ein Kernthema. Denkmale zu erhalten, ist gelebte Nachhaltigkeit.

Die Sanierung eines Baudenkmals gleicht einem Drahtseilakt: Einerseits gilt es, die vorhandene Substanz bestmöglich zu erhalten. Andererseits soll der Ist-Zustand an aktuelle Standards angenähert werden. Ein Sanierungsprojekt, das diesen Spagat meistert, kann im oberpfälzischen Waldthurn begutachtet werden. Hier wurde in enger Abstimmung mit dem Denkmalamt das historische Neue Schloss der Fürstenfamilie Lobkowitz mithilfe moderner Putz- und Dämmsysteme grunderneuert.


Für die Rekonstruktion und energetische Ertüchtigung der Außenwände kam die mineralische Spritzdämmung maxit ecosphere zum Einsatz. Die Innenwände im Erdgeschoss wurden mit einem feuchtebeständigen Trasskalkputz instand gesetzt. Auf den stark unebenen Flächen im Obergeschoss bewährte sich der kalkbasierte Einlagenputz maxit pluscalc 381. Das Ergebnis zeigt ein vorbildlich saniertes Objekt, bei dem Wert und Sinn der Denkmalpflege hervorragend zum Ausdruck kommen.

Das zerklüftete Mauerwerk erforderte jedoch Putzdicken von 4 – 6 cm, was zu längeren Trocknungsphasen führte und sich auf die Bauzeitplanung auswirkte.
Objektdaten
- Gebäudeart: Denkmalgeschütztes Gebäude, Baujahr 1666
- Standort: Neues Schloss der Fürstenfamilie Lobkowitz in Waldthurn
- Bauherr: Markt Waldthurn
- Eigentümer: Katholische Kirchenstiftung Waldthurn
- Planung: Dipl.-Ing. Rudolf Meissner, Bauleitung Dipl.-Ing. Petra Reil
- CO2-Einsparung: ca. 86 Prozent (≈ 140 t/a)
- Projekt: _ Fassaden- und Innensanierung mit Maxit-Produkten
- Fachunternehmer: Gallitzendörfer Innenausbau und Fassade GmbH, Josef Reger Bau GmbH
- Fertigstellung: 2023